zwischen 1938 und 1941 (NS-Musterbetrieb)

die Goldprägung auf dem Briefkopf links unten
"Kristallnacht"

Fa. Gebrüder Sommermeyer Ziegelwerk Gera erringt im Leistungskampf deutscher Betriebe das Gaudiplom der DAF (Deutsche Arbeitsfront)

Die Verleihung des „Gaudiploms“ fand am 28. April in Vorbereitung des 1. Mai in Weimar in der Weimar-Halle statt. Die Urkunde wurde an Max und dem betrieblichen DAF-Obmann Heinrich Kohl durch Pg. Fritz Sauckel, dem gauleiter von Thüringen überreicht (siehe Foto in der Betriebszeitung).
Das Gaudiplom war die Vorausseztung, um im kommenden Jahr sich um den Titel „NS-Musterbetrieb“ zu bewerben, zu kämpfen.

Die Werkschar der DAF des Ziegelwerkes.

Dieses Foto ist ein einzigartiges Zeitdokument. Max inmitten seiner Getreuen (nicht alle waren Mitglied der Werkschar der DAF; ca. 50%).
Vergleicht man dieses Foto mit dem vom 50-jährigen Betriebsjubiläum 1923, so fällt dem Betrachter auf, dass Max mit unverhohlenem Stolz in die Kamera schaut. Letztendlich hat er den Kampf um seine Mitgliedschaft in der NSDAP (er konnte auf Grund der vorangegangenen Mitgliedschaft in einer Loge nicht Parteimitglied werden), wenn auch mit einem ordentlichem Umweg und gehöriger Bauernschläue gewonnen. 

Unten die restliche Gefolgschaft

D. h. nicht, dass er Parteigenosse wurde, aber da die DAF eine Unterorganisation der NSDAP war, die Werkschar eines Betriebes dem Ortsgruppenleiter direkt unterstand, saß Max ohne Parteibuch am Tisch der Nazi-Partei.
Bis zum Ende der Nazi-Herrschaft war er oft linientreuer als mancher Pg (Parteigenosse). Die Vernehmungsprotokolle des Kriminalamtes Gera nach dem Krieg berichten das sehr detailliert.

Sauckel
1938__Betriebszeitung

1938 entstand im Dezember die erste und einzige Betriebszeitung des Werkes. Verantwortlicher Redakteur war Heinrich Sommermeyer. Diese Zeitung wurde offensichtlich unter der Maßgabe des Wettbewerbs um die „Goldene Fahne der DAF“ im kommenden Jahr erstellt.
1938 wurde das „Gaudiplom“ errungen. Diese Auszeichnung berechtigte den Betrieb im darauf folgenden Jahr, um die „Goldene Fahne“ zu kämpfen. Die Auszeichnung galt für ein Jahr, und musste so, immer wieder neu erkämpft werden.
1939 wurde erstmals  die „Goldene  Fahne der DAF“ errungen. Dann jedes Jahr bis einschließlich 1941. Die Auszeichnungsfeiern fanden immer anlässlich des 1. Mai, dem „Tag der nationalen Arbeit“, Ende April statt. Danach wurde diese Auszeichnung nur noch an Betriebe vergeben, die in der Rüstungsindustrie sich im Sinne der NS-Ideologie auszeichneten.

Angriff auf Polen - 2. Weltkrieg

Fa. Gebrüder Sommermeyer Ziegelwerk Gera erringt im Leistungskampf deutscher Betriebe die Goldene Fahne der DAF

Nachdem 1938 die Voraussetzungen geschaffen wurden, durch die Erringung des „Gaudiploms“, konnte um die „Goldene Fahne“ der DAF  im darauffolgenden Jahr, also 1939, gekämpft werden. Diese Ziel wurde auch erreicht. Die Fa. Gebr. Sommermeyer wurde erstmalig mit der „Goldenen Fahne“ ausgezeichnet und konnte sich „NS-Musterbetrieb“ nennen. Auf den betrieblichen Briefbögen war unten entsprechende Symbole und Text eingeprägt bzw. im Golddruck aufgetragen.

1939__Betriebsordnung

Zum 1. Mai 1939 wurde die Betriebsordnung von Max herausgegeben und war seit dem das Gesetz im Betrieb.

der "Westfeldzug"

Fa. Gebrüder Sommermeyer Ziegelwerk Gera erringt  im Leistungskampf deutscher Betriebe wieder die Goldene Fahne der DAF

Die Wiederbestätigungs-Urkunde überreicht der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß in Essen in den Krupp Werken.

Ab 1940 waren bis Kriegsende bis zu 20 Zwangsarbeiter im Werk beschäftigt

Es kommen zunächst französische und später serbische Kriegsgefangene ins Werk zur Zwangsarbeit.

Günther wird am 9. Februar zur Wehrpflicht gerufen. Er rückt in die 98er Kaserne, dem heutigen Reußpark zur 15. Kompanie des 528. Infanterieregimentes ein.

Mit zunehmender Dauer des Krieges, speziell aber nach der Sportpallast Rede Goebbels -„wollt ihr den totalen Krieg?“ – vom Februar 1943, wurden alle Ressourcen der Rüstungsindustrie unterstellt. Es kam im Ziegelwerk zu immer größeren Betriebsausfällen wegen Stromabschaltungen (im Volksmund „Stromsperre“). fehlende Zuweisung an Kohle für die Produktion oder Kraftstoff für die LKW’s, soweit sie nicht zur Wehrmacht abgestellt werden mussten.
Den Aderlass der männlichen Arbeitskräfte an die Wehrmacht nach Beginn des Krieges sowie die Verhaftung von bis zu 4 Männern aus der 85 köpfigen Belegschaft (Stand 1939) durch die Gestapo, konnte nicht einfach kompensiert werden. Max hatte da spätestens Kenntnis von den Lagern, den KZ’s. Mehrfach übernahm er die „Patenschaft“ für Entlassene aus der NS-Haft und bürgte für sie (das vergaßen dann 1946 die Kommunisten geflissentlich als sie zur Enteignung drängten).
Es erfolgte auf Antrag (!!) die Zuweisung von Zwangsarbeitern durch das Arbeitsamt Gera. 
Es ist überliefert, dass Max mehrfach bei den Behörden, bis hin zum Kreisleiter Dr. Wagner vorstellig wurde und sich über die „Benachteiligung“ der Ziegelei beschwert hat. Er hat sich damit auch unter den Beamten sicher keine Freunde gemacht, die doch nur darauf warteten, sich „rächen“ zu können. 
Das taten sie dann auch nach dem Krieg mit deutscher Gründlichkeit.
Bei diesen Vorstelligkeiten bei Amte wird ihm sicherlich die Zuweisung von ausländischen Hilfskräften – den Zwangsarbeitern – als Alternative der fehlenden Arbeitskräfte angeboten worden sein.
Aber automatisch wurden keine Leute zugewiesen. 

Siehe auch 

Mit der Auffahrung und laufendem Abbaufortschritt der „neuen Grube“ musste der Weg zum Ferberturm mittels Brücke erhalten bleiben und gleichzeitig mit dieser die Abbaurichtung nach Süden gewährleistet werden (Durchfahrt der Grubenlok mit den Loren). Im Herbst 1940 wandte sich Max an „seinen Freund“ Fritz Sauckel, dem Gauleiter Thüringens um ihn um Hilfe zu bitten, bei der Instandsetzung der Brücke, denn diese wurde unterspült, rutsche „ab“ und außer Funktion gesetzt. Es ist nicht überliefert, ob Max eine Antwort erhielt. Der Weg zum Ferberturm machte bald einen Umweg als „Provisorium“ bis die Brücke wieder instandgesetzt wäre. Die Brücke wurde bis 1948 und auch danach nicht wieder instandgesetzt. Das Provisorium hatte Bestand.
Interessanterweise ist der beigefügte Lageplan an das o. g. Schreiben sehr aufschlussreich, da die beabsichtigte Entwicklung des Werkes dargestellt wird.

der Krieg gegen die Sowjetunion

Fa. Gebrüder Sommermeyer Ziegelwerk Gera erringt im Leistungskampf deutscher Betriebe wieder die Goldene Fahne der DAF

Die Wiederbestätigungs-Urkunde überreicht der Gauleiter und Reichsstatthalter Pg. Fritz Sauckel im Rahmen einer Sitzung der Reichsarbeitskammer in Augsburg.

Ab 1942 wird die „Goldene Fahne“ nur noch an Betriebe verliehen, die sich in der Kriegswirtschaft „bewehren“.